GPV-Weiterbildung – eine Übersicht

Gestaltpädagogische Weiterbildungen gibt es schon seit Ende der 70-er Jahre des 20. Jh. Sie werden meist berufsbegleitend als Wochend- und Intensivseminare organisiert, beginnen mit einem Entscheidungsseminar und werden mit einer reflektorischen Abschlussarbeit beendet.
Die Dauer hängt vom anbietenden Institut ab, ein intensiver Grundkurs dauert meistens 2 Jahre.

Ausbildungsangebote der GPV

Gestaltpädagogische Weiterbildung
Der Ausbildungsausschuss der GPV bietet seit einigen Jahren solche Weiterbildungen an.
Mit einer Einführung in Arbeitsweisen der Gestaltpädagogik verbindet sich die Fragestellung: Entspricht dieser Ansatz den Erwartungen der TeilnehmerInnen, wie ist es mit Belastbarkeit und Gruppenfähigkeit?

Themenschwerpunkte für die fortlaufende Gruppe:

  • Anfangssituationen in Klassen und Gruppen wahrnehmen und gestalten
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen und Umgang mit Feedback üben
  • Arbeitspanorama, wechselseitige Einflussnahme von Berufsweg und Lebensgeschichte
Rolle:
  • Stellung in der Institution und der (Lern-)Gruppe und die berufliche Identität
  • Umgang mit Konflikten und Aggression in Gruppen
  • Darstellen der Berufpraxis und Herausarbeiten zentraler Themen des Berufsalltags
  • Gestaltpädagogische Planung
  • Umgang mit Außenseitern, Sündenböcken, Mobbing

Beratung im pädagogischen Feld:

  • Gestaltung von beratenden Gesprächen mit Eltern, Kollegen und SchülerInnen, bzw. Klienten
  • „Wiederentdeckung des Gefühls“ Förderung der kreativen und emotionalen Ausdrucksfähigkeit
  • Sinnlichkeit und Sexualität in der Schule, Lernen mit allen Sinnen, Leiblichkeit und lebendiges Lernen
  • Umgang mit Widerstand, Widerstandskonzepte
  • Entwicklung in der Institution, Organisation

Team:
Waltraud Fischer, Jörg Bürmann (wissenschaftlicher Leiter), Christine Jung (als Vertreterin des Vorstands)

Ausbildung zum gestaltpädagogischen Supervisor (Aufbaukurs)
Supervision hat sich in den letzten Jahrzehnten als das zielgenaueste Verfahren zur Professionalisierung pädagogischen Handelns erwiesen. Eine gestaltpädagogisch fundierte Supervision hat sich dabei als besonders nachhaltig in ihrer Wirkung erwiesen, da sie – ausgehend von der Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit – die Erweiterung pädagogischer Handlungskompetenz als reflexiven Prozess alltäglicher Erfahrungsverarbeitung fördert. Sie schafft die notwendigen Voraussetzungen dafu¨r durch Differenzierung und Vertiefung der Wahrnehmung nach außen und innen, durch biografische Selbstreflexion und Abbau fixierter Wahrnehmungs- und Handlungsmuster sowie durch eine Erweiterung des Umgangs mit und des Einsatzes von nicht sprachlichen Symbolisierungen in Bildungsprozessen und durch ein besonderes Verständnis der Arbeit an eigenen und fremden Widerständen.
Hierdurch wird eine sich selbst erneuernde Lernbereitschaft aus alltäglichen Erfahrungen initiiert, die sich auf alle Lebensbereiche (Unterricht, kollegiale Beziehungen, Fortbildungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Psychohygenie und Stressreduktion sowie selbst auf Partnerschaft und befriedigendere Lebensgestaltung) erstreckt und damit auch einen nachhaltigen (und nachgewiesenen) Beitrag zur Stärkung der Lehrergesundheit zu leisten vermag.
Leitung: Jörg Bürmann

Erasmus Intensiv Programm
Im Jahr 2009 formierte sich eine Gruppe von HochschullehrerInnen aus Deutschland, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Österreich, die zum Teil Mitglieder der GPV sind, um die Gestaltpädagogik auch für Studierende leichter zugänglich zu machen. Im Jahr 2011 fand erstmals ein zweiwöchiges Erasmus Intensiv Programm unter der Überschrift „Humanistische Pädagogik, Heterogenität und Persönlichkeitsbildung“ in der Steiermark statt. Es war sehr erfolgreich und die Studierenden konnten das Angebot gut nützen (siehe ZfG Heft 2, 2011).
Das Curriculum ist dem der Comenius Kurse sehr ähnlich, die TeilnehmerInnen müssen sich jedoch durch Literaturstudium theoretisch vorbereiten.
Das zweite IP findet zu Ostern 2012 in Südpolen statt und das dritte wird zu Ostern 2013 in der Mittelslowakei stattfinden.
Team:
Ute Kienzl (AT), Tamara Buckova (CZ), Wiktor Zlobicki (PL), Stanko Gerjolj (SI), Maria Danova und Ivica Lencova (SK)
Wissenschaftliche Leitung und Supervision: Jörg Bürmann (DE)
Zusätzliche LeiterInnen/ÜbersetzerInnen: Barbara Sandner und Ingrid Schweiger (AT), Ilse Bürmann und Christine Jung (DE)

Text: Ute Kienzl