GPV-Weiterbildung – eine Übersicht

Gestaltpädagogische Weiterbildungen gibt es schon seit Ende der 70-er Jahre des 20. Jh. Sie werden meist berufsbegleitend als Wochend- und Intensivseminare organisiert, beginnen mit einem Entscheidungsseminar und werden mit einer reflektorischen Abschlussarbeit beendet.
Die Dauer hängt vom anbietenden Institut ab, ein intensiver Grundkurs dauert meistens 2 Jahre.

Ausbildungsangebote der GPV

Erasmus-Plus-Programm

Aufbauend auf den Kursen, die im Rahmen des COMENIUS- und ERASMUS- Programms der Europäischen Kommission seit 1998 organisiert worden sind, bieten wir in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Steiermark seit 2015 Seminare im Rahmen des ERASMUS plus Programms zu Themen der Schulentwicklung an, die jedoch auch von InteressentInnen aus anderen psychosozialen Berufen besucht werden können.

PROGRAMM DER GRUNDLAGENSEMINARE
Klassenmanagement (Modul 1):
Lernmotivation; Prinzipien der Gestalt-pädagogischen Unterrichtsgestaltung und Gruppenentwicklung; Erweiterung der didaktische Kompetenzen; Beziehungsarbeit; differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit

Inklusion (Modul 2):
Heterogenität und Vorurteile; Prinzipien der Humanistischen Psychologie; Erweiterung der persönlichen Kompetenz; interkulturelle Kommunikation; Teamteaching; Selbstwahrnehmungs- und Ausdrucks-fähigkeit

Konfliktmanagement (Modul 3):
Entstehung und Ausweitung von Konflikten; Prinzipien der Gestaltpädagogischen Konfliktbearbeitung; Erweiterung der sozialen Kompetenz; Mehrperspektivische Sichtweise; Selbstreflexion

Mentoring (Modul 4):
Professionelle Fähigkeiten und Identität; Prinzipien der Themenzentrierten Interaktion; Erweiterung der Beratungskompetenz; Rückmeldungskultur; Diskursfähigkeit; Selbstwert

Zusammenarbeit mit Eltern (Modul 5):
Erziehungspartnerschaft; Prinzipien der klientenzentrierten Gesprächsführung; Erweiterung der kommunikativen Kompetenz; Systemische Sichtweise; Selbstverantwortung und Selbstschutz

PROGRAMM DER AUFBAUSEMINARE
(MODULE 6 – 10)
Neben der Vertiefung der Kenntnisse und der Erweiterung der Fähigkeiten liegt der besondere Schwerpunkt auf den Konzepten der biographischen Selbstreflexion und der „Confluent Education“.

ANSUCHEN UM FÖRDERUNG ÜBER ERASMUS+, KA 1 (NUR FÜR KURSE IM JEWEILIGEN AUSLAND)
Um einen Participant Identification Code (PIC) zu bekommen, müssen sich die Schulen online registrieren: https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/resources/documents-for-applicants/model-application-forms_de
Dann erst können sie sich bei ihrer Nationalagentur um die Finanzierung von Kursgebühr, Aufenthalt, Reisekosten (teilweise) und 350€ Organisationspauschale pro TeilnehmerIn bewerben.
Weitere Informationen (z.B. Deadline für Bewerbungen) finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Nationalagenturen.

ZERTIFIZIERUNG
Die Weiterbildung zur “Zertifizierten Gestaltpädagogin” kann nach der Teilnahme an 5 Modulen erworben werden.
Die Zertifikate der Gestaltpädagogischen Vereinigung GPV e.V. setzen das Verfassen jeweils kurzer reflektorischer Arbeiten voraus.
Für die einzelnen Module erhalten die TeilnehmerInnen eine Teilnahmebestätigung mit den wesentlichen Inhalten und Kompetenzen.

Rückschau auf Vorgängerprojekte im
COMENIUS/GRUNDTVIG/ERASMUS Programm:
www.gestaltpaedagogik-europa.net

Nähere Informationen über die nächsten Termine:
ute.kienzl@gmx.at

Gestaltpädagogische Weiterbildung
Der Ausbildungsausschuss der GPV bietet seit einigen Jahren solche Weiterbildungen an.
Mit einer Einführung in Arbeitsweisen der Gestaltpädagogik verbindet sich die Fragestellung: Entspricht dieser Ansatz den Erwartungen der TeilnehmerInnen, wie ist es mit Belastbarkeit und Gruppenfähigkeit?

Themenschwerpunkte für die fortlaufende Gruppe:

  • Anfangssituationen in Klassen und Gruppen wahrnehmen und gestalten
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung schulen und Umgang mit Feedback üben
  • Arbeitspanorama, wechselseitige Einflussnahme von Berufsweg und Lebensgeschichte
Rolle:
  • Stellung in der Institution und der (Lern-)Gruppe und die berufliche Identität
  • Umgang mit Konflikten und Aggression in Gruppen
  • Darstellen der Berufpraxis und Herausarbeiten zentraler Themen des Berufsalltags
  • Gestaltpädagogische Planung
  • Umgang mit Außenseitern, Sündenböcken, Mobbing

Beratung im pädagogischen Feld:

  • Gestaltung von beratenden Gesprächen mit Eltern, Kollegen und SchülerInnen, bzw. Klienten
  • „Wiederentdeckung des Gefühls“ Förderung der kreativen und emotionalen Ausdrucksfähigkeit
  • Sinnlichkeit und Sexualität in der Schule, Lernen mit allen Sinnen, Leiblichkeit und lebendiges Lernen
  • Umgang mit Widerstand, Widerstandskonzepte
  • Entwicklung in der Institution, Organisation

Team:
Waltraud Fischer, Jörg Bürmann (wissenschaftlicher Leiter), Christine Jung (als Vertreterin des Vorstands)

Ausbildung zum gestaltpädagogischen Supervisor (Aufbaukurs)
Supervision hat sich in den letzten Jahrzehnten als das zielgenaueste Verfahren zur Professionalisierung pädagogischen Handelns erwiesen. Eine gestaltpädagogisch fundierte Supervision hat sich dabei als besonders nachhaltig in ihrer Wirkung erwiesen, da sie – ausgehend von der Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit – die Erweiterung pädagogischer Handlungskompetenz als reflexiven Prozess alltäglicher Erfahrungsverarbeitung fördert. Sie schafft die notwendigen Voraussetzungen dafür durch Differenzierung und Vertiefung der Wahrnehmung nach außen und innen, durch biografische Selbstreflexion und Abbau fixierter Wahrnehmungs- und Handlungsmuster sowie durch eine Erweiterung des Umgangs mit und des Einsatzes von nicht sprachlichen Symbolisierungen in Bildungsprozessen und durch ein besonderes Verständnis der Arbeit an eigenen und fremden Widerständen.
Hierdurch wird eine sich selbst erneuernde Lernbereitschaft aus alltäglichen Erfahrungen initiiert, die sich auf alle Lebensbereiche (Unterricht, kollegiale Beziehungen, Fortbildungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Psychohygenie und Stressreduktion sowie selbst auf Partnerschaft und befriedigendere Lebensgestaltung) erstreckt und damit auch einen nachhaltigen (und nachgewiesenen) Beitrag zur Stärkung der Lehrergesundheit zu leisten vermag.
Leitung: Jörg Bürmann

Text: Ute Kienzl