{"id":351,"date":"2018-06-15T23:20:19","date_gmt":"2018-06-15T23:20:19","guid":{"rendered":"http:\/\/relaunch.gpv-ev.de\/?page_id=351"},"modified":"2018-06-15T23:20:19","modified_gmt":"2018-06-15T23:20:19","slug":"tagung-2003-hannover","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gpv-ev.de\/?page_id=351","title":{"rendered":"Tagung 2003 &#8211; Hannover"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>DIE ZUKUNFT WIRD HEUTE GESTALT<\/b><br \/>\n<b><span style=\"color: #000033;\">inne halten &#8211; wahr nehmen &#8211; gestalten<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000033; font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>Tagung der Gestaltp\u00e4dagogischen Vereinigung (GPV) e.V.<br \/>\n<\/b>vom 12.-14. 9. 2003<br \/>\nin Hannover<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000033; font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">in Zusammenarbeit mit dem Stephansstift,<br \/>\nZentrum f\u00fcr Erwachsenenbildung<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Dokumentation eines Angebots von Uscha Foster<\/span><\/strong><\/p>\n<table style=\"width: 0%;\" width=\"0%\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>Dokumentation der Arbeit im Workshop<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>Integrierender und f\u00f6rdernder Unterricht in heterogenen Gruppen<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"27\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>1. Beschreibung der Ziele<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"13\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Im Workshop sollten in Anlehnung an ein fr\u00fcheres transnationales Fortbildungskonzept<br \/>\ngestaltp\u00e4dagogische Prinzipien und Methoden im Umgang mit heterogenen Gruppen kennen gelernt werden.<br \/>\nDabei ging es um das Wahrnehmen und Verstehen von eigenen Gef\u00fchlen und Handlungsimpulsen in ihrer Bedingtheit durch biografische und kulturelle Gegebenheiten.<br \/>\nDie Teilnehmerinnen, Teilnehmer sollten exemplarisch die Wirkung gestaltp\u00e4dagogischer Arbeitsweisen erleben, sowie die m\u00f6gliche Umsetzung in die Unterrichtspraxis an einem Beispiel erfahren.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2. Zusammenfassung der Inhalte<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.1. &#8222;Erweiterung der Lehrerkompetenzen zum Umgang mit heterogenen Gruppen&#8220;<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"831\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Arbeit im Workshop kn\u00fcpfte an den fr\u00fcheren Erfahrungen in einem transnationalen Fortbildungsprojekt Comenius 3.2.. an.<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das Pilotprojekt wurde in drei Phasen durchgef\u00fchrt:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In nationalen Gruppen in Oesterreich, der Tschechischen und der Slowakischen Republik, in Italien und Deutschland wurde das Konzept umgesetzt und evaluiert. Die Teilnehmenden lernten gestaltp\u00e4dagogische Arbeit kennen und wurden auf das transnationale Seminar im Sommer 2000 vorbereitet.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Im transnationalen Seminar konnten die beteiligten Lehrkr\u00e4fte ihre erworbenen gestaltp\u00e4dagogischen Kompetenzen erweitern und vertiefen, um sowohl die individuellen Voraussetzungen als auch das Lernklima in kulturell, sprachlich, leistungsm\u00e4\u00dfig und sozial heterogenen Klassen besser f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In einem Folgeworkshop in den nationalen Gruppen wurden die Erfahrungen ausgewertet.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zwischen den Phasen des Pilotprojekts trafen sich die Projektpartnerinnen und Projektpartner regelm\u00e4\u00dfig zum Erfahrungsaustausch, zur weiteren Planung und zur Evaluation.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Weiterf\u00fchrung des Projekts<br \/>\nSeit 2001 finden zweiw\u00f6chige transnationale Seminare statt und sind f\u00fcr Lehrpersonen aller europ\u00e4ischen L\u00e4nder offen. Finanziert wird die Teilnahme \u00fcber den P\u00e4dagogischen Austauschdienst der jeweiligen L\u00e4nder.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><br \/>\nWas hat die Projektpartnerinnen und Projektpartner dazu bewogen, dieses Projekt zu beginnen?<br \/>\nGemeinsames Anliegen aller Beteiligten war es, dazu beizutragen, die\u00a0<b>Gestaltp\u00e4dagogik in Europa<\/b>\u00a0zu verbreiten:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Gestaltp\u00e4dagogische Arbeit als\u00a0<b>Br\u00fcckenschlag zu anderen Kulturen<\/b>;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zunehmende\u00a0<b>Heterogenit\u00e4t in den Schulklassen<\/b>\u00a0und das Vorhaben, st\u00e4rker als bisher\u00a0<b>integrativ<\/b>\u00a0zu arbeiten;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Biografische Selbsterfahrung als Chance, eigene Kompetenzen zu erweitern,<br \/>\nLernende zu sein;<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Arbeit an der eigenen Person: mit\u00a0<b>Widerst\u00e4nden und Lernblockaden<\/b><br \/>\numgehen lernen,\u00a0<b>Vorurteilssicherheit aufgeben<\/b>\u00a0(nur wer f\u00fcr sich selbst<br \/>\nsorgen kann, ist geeignet, andere in ihren Lernprozessen zu begleiten).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.2.Praktische \u00dcbungssequenzen<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.2.1.\u00dcbung zur Entwicklung der Lehrerpers\u00f6nlichkeit<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"633\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">&#8222;Das wichtigste Curriculum ist die Lehrperson&#8220;<br \/>\nWerner Herzog, Erziehungswissenschaftler und Pr\u00e4sident der Lehrerbildung in Bern<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Arbeit in kulturell, sozial, leistungsm\u00e4\u00dfig und sprachlich heterogenen Gruppen erfordert, dass Lehrerinnen und Lehrer ihre Einstellungen reflektieren, ihre Kompetenzen erweitern und Haltungen entwickeln, die f\u00fcr Lerngruppen und Unterricht f\u00f6rderlich sind.<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Ausbildung ist das Startkapital, aber sie reicht nicht aus, da insbesondere personale und soziale Professionalit\u00e4t sich erst im Berufsfeld entwickelt.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Vonn\u00f6ten sind:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Biografisches Arbeiten<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Reflexives Potenzial entwickeln<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Autonomie st\u00e4rken<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Lernen hei\u00dft, neues Wissen mit bisherigem Wissen, mit Kenntnissen und F\u00e4higkeiten zu vergleichen bzw. zu verkn\u00fcpfen.<br \/>\n&#8222;Zuviel neues Lernen ruft \u00c4ngste, Widerst\u00e4nde hervor, zumal wenn gleichzeitig vermittelt wird, dass das bisherige nicht gut genug war&#8220;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Lehrerinnen und Lehrer haben innere Ressourcen z.B. die Vorbilder der eigenen Lehrpersonen. Es gilt, die erfolgreichen Modelle zu reaktivieren, fr\u00fchere gute Erfahrungen zu &#8222;wieder zu beleben&#8220;, um sie f\u00fcr die eigene Arbeit nutzbar werden zu lassen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>Einblick in unsere Arbeit<\/b>\u00a0(ein Ausschnitt)<br \/>\nIn einer gelenkten Erinnerung vergegenw\u00e4rtigten sich die Teilnehmenden eine Lehrperson, an deren Modell sie selbst erfahren hatten, wie diese mit Kindern unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Begabungen, F\u00e4higkeiten und Interessen umgegangen ist.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#59ACFF\" height=\"190\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Impulse zur gelenkten Erinnerung<br \/>\nMit welcher Person verbinde ich die Erfahrung, dass mir Lernen und Lehren Freude macht?<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Gehen Sie in Ihrer Erinnerung in die Zeit zur\u00fcck, in der Sie dieser Person begegnet sind..<br \/>\nVergegenw\u00e4rtigen Sie sich eine konkrete Situation in einer heterogenen Klasse,<br \/>\nin der sie Unterrichtsst\u00f6rungen erlebt haben, in der Lernen verweigert wurde, in der Sie Ausgrenzung und Integration beobachtet oder auch selbst erlebt haben&#8230;<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Wie hat sich die Person, von der Sie gerne gelernt haben, in dieser Situation verhalten?<br \/>\n(Gesichtsausdruck, Geste..)<br \/>\nWas hat sie gesagt, mit welcher Stimme?<br \/>\nWie f\u00fchlen Sie sich in dieser erinnerten Begegnung hier?<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Abschied und Zur\u00fcckkommen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"456\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Anschlie\u00dfend schrieben die Teilnehmerinnen, Teilnehmer einen\u00a0<b>Brief, einen Text oder ein Gedicht<\/b>\u00a0an die erinnerte Person und vertieften dabei ihre Erinnerungsbilder indem sie diese verbalisierten.<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In Kleingruppen tauschten sie sich aus und stellten Gemeinsamkeiten fest.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Sie sammelten drei f\u00fcr sie\u00a0<b>wesentliche Merkmale einer Lehrperson<\/b>, die f\u00fcr sie ein positives Modell im Umgang mit Heterogenit\u00e4t ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>Ergebnisse im Plenum<\/b><\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Ausstrahlung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Humor<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Fachliches K\u00f6nnen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Liebe<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Autorit\u00e4t<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Lebensn\u00e4he<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Freude zeigen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Begeisterung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Kl\u00e4rung der Sache<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Konsequenz<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">St\u00e4rkung der Personen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ernst nehmen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Gegenseitige Wertsch\u00e4tzung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Berechenbar sein<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"51\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.2.2. Unterrichtspraktisches Beispiel zum Umgang mit literarischen Texten<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"51\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Mehrdimensionalit\u00e4t und Intentionalit\u00e4t der Literatur bietet im Unterricht viele Impulse an, das Kognitive mit dem Affektiven und dem Sozialen zu verbinden.<br \/>\nLiterarisches Potential stellt eine Quelle dar, wie man die Fantasie entwickeln, eigene Erfahrungen und Emotionen einbringen, andere und sich selbst reflektieren kann.<br \/>\nDichterische Texte bieten dem Sch\u00fcler einen gro\u00dfen Raum der Gestaltung &#8211; literarisch, musisch und zugleich kreativ. Die Sch\u00fclerinnen, Sch\u00fcler k\u00f6nnen ihre Person einbringen, indem sie die Botschaft des Textes aus ihrer Perspektive wahrnehmen, auf ihre Lebenserfahrungen und ihren Wissenshorizont beziehen und aus ihrer Sicht schildern.<br \/>\nDaf\u00fcr eignen sich neben dem Medium Sprache auch andere kreative Medien (Farbe, Zeichnungen, T\u00f6ne,..), die einen flie\u00dfenden \u00dcbergang von der Textrezeption zur Textproduktion erm\u00f6glichen. Zugleich werden die Sch\u00fclerinnen, die Sch\u00fcler f\u00fcr die verschiedensten Lebenssituationen, die auch in ihrem Leben eine Rolle spielen, sensibilisiert.<br \/>\nDas folgende Gedicht l\u00e4dt uns ein, eine Phantasiereise zu unternehmen.<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><i><b><span style=\"color: #000066;\">Heinz Janisch<\/span><\/b><\/i><span style=\"color: #000066;\"><b><br \/>\nAuf der Schaukel<br \/>\nDieser lange, lange Nachmittag.<br \/>\nIch sitze im Garten, auf der Schaukel.<br \/>\nIch m\u00f6chte davonfliegen,<br \/>\nin den Himmel hinein.<br \/>\nEinfach so.<\/b><\/span><\/span>Und so kann man mit dem Gedicht arbeiten:<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"1741\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>1. Stunde<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>1.<\/b>\u00a0Der Lehrer schl\u00e4gt vor, ein Assoziogramm zum Wort Phantasie zu machen. Das Ergebnis kann etwa so aussehen:<br \/>\nM\u00e4rchen UFO Sch\u00f6nheit<br \/>\nJahr 3000 Phantasie Tr\u00e4ume<br \/>\nunbekanntes Land neue Lebewesen<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.<\/b>\u00a0Jetzt liest jede Sch\u00fclerin, jeder Sch\u00fcler das Gedicht f\u00fcr sich selbst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>3.<\/b>\u00a0Die Lehrerin, der Lehrer schl\u00e4gt vor, eine Phantasiereise zu unternehmen.<br \/>\nDie Sch\u00fcler setzen sich bequem auf die St\u00fchle, entspannen sich, schlie\u00dfen die Augen und h\u00f6ren der Lehrerin, dem Lehrer zu. Zusammen mit ihr, mit ihm stellen sie sich vor, sie seien federleicht, verlie\u00dfen das Elternhaus und schwebten hoch in den Wolken. In ihren Gedanken fliegen sie weiter und sehen unbekannte St\u00e4dte, Pflanzen, verschiedene Lebewesen&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>4.<\/b>\u00a0Nach einigen Minuten verlassen sie ihr Phantasieland, verabschieden sich von den neuen Bekannten, von der Natur, dem fremden Land, kehren in die Klasse zur\u00fcck und \u00f6ffnen die Augen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>5.<\/b>\u00a0Im n\u00e4chsten Schritt visualisieren sie ihre Erfahrungen und zeichnen ihr Phantasieland.<\/span><\/p>\n<p><b>6.<\/b>\u00a0Sie tauschen ihre Erfahrungen, ihre Eindr\u00fccke und Gef\u00fchle beim Zeichnen in Drei- oder Vierergruppen aus. Die Bilder werden in der Klasse aufgeh\u00e4ngt. Die Sch\u00fcler gehen durch den Raum und betrachten die Bilder. Sie unterhalten sich mit ihren Mitsch\u00fclern dar\u00fcber.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>7.<\/b>\u00a0Anschlie\u00dfend tauschen die Sch\u00fcler ihre Erfahrungen in der Gesamtgruppe aus. Der Lehrer ist bereit, ihnen zu helfen Als Hausaufgabe sollen sie das freie Erz\u00e4hlen \u00fcber das gezeichnete Bild vorbereiten, eventuell ihre Bilder weiter ausgestalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2. Stunde<\/b><br \/>\n<b>1.<\/b>\u00a0Die in der ersten Stunde angefangene Diskussion im Plenum wird weitergef\u00fchrt, eventuelle sprachliche Probleme werden gekl\u00e4rt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>2.<\/b>\u00a0Dialogspiel in der Gruppe:<br \/>\nDie Sch\u00fcler sitzen im Kreise. In der Mitte stehen zwei St\u00fchle &#8211; der eine Stuhl ist f\u00fcr den, der sein Phantasieland vorstellen m\u00f6chte. Der andere Stuhl ist f\u00fcr den Sch\u00fcler, der interessierte Fragen stellen wird oder Vermutungen \u00fcber das gezeichnete Land hat.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das Gespr\u00e4ch kann wohl so aussehen:<br \/>\n&#8211; Warum hast du das S\u00fc\u00dfland als dein Traumland gezeichnet?<br \/>\n&#8211; Ich mag S\u00fc\u00dfigkeiten.<br \/>\n&#8211; Du wirst ganz schlechte Z\u00e4hne haben.<br \/>\n&#8211; Ja, leider hast du Recht.<br \/>\n&#8211; Ich sehe keine Tiere, die du so magst!?<br \/>\n&#8211; Ich habe sie als Gummib\u00e4rchen und Bonbons dargestellt.<br \/>\n&#8211; Warum hast du nur einen einzigen Menschen gezeichnet, wo sind die anderen?<br \/>\n&#8211; Ja, das stimmt. Mein Mensch ist zwar ein bisschen dick, dagegen aber nett und freundlich und genau so sind alle anderen in meinem Traumland&#8230;<br \/>\n&#8211; Ich besuche gerne dein Traumland, weil ich auch S\u00fc\u00dfigkeiten mag.<br \/>\n(Sch\u00fclerarbeit N.1 -Junge, 11 Jahre alt, 2 Jahre Deutsch)<\/span><\/p>\n<p><b>3.\u00a0<\/b>Abschlussdiskussion<br \/>\nDer Lehrer kann folgende Fragen stellen:<br \/>\n<b><i>&#8211; In welcher Rolle habt ihr euch besser gef\u00fchlt und warum?\u00a0<\/i><\/b><br \/>\nDie Sch\u00fcler haben sich in der Rolle des Besuchers des Traumlandes besser gef\u00fchlt, weil sie zu dem Bild Fragen stellen konnten, viel Interessantes erfahren konnten, das gezeichnete Traumland durch ihre Fragen erg\u00e4nzen konnten.<br \/>\n<b><i>&#8211; Welche Fragen und Antworten eurer Mitsch\u00fcler im Dialogspiel findet ihr anregend und originell?<\/i><\/b><br \/>\nAlle Zeichnungen fanden sie interessant, weil sie Anlass waren, Verschiedenes \u00fcber ihre Mitsch\u00fclerinnen, ihre Mitsch\u00fcler zu erfahren.<br \/>\n<b><i>&#8211; Wiederholen sich bestimmte Motive\/Situationen in euren Bildern (welche &#8211; was meint ihr, warum?)<\/i><\/b><br \/>\nViele Kinder haben das gezeichnet, was sie sich w\u00fcnschen (ein Meer, einen Musikshop, Pferde, ein gro\u00dfes Einfamilienhaus usw.)<br \/>\n<b><i>&#8211; Wozu Phantasie in unserem Leben? Phantasierst\/ tr\u00e4umst du gern und oft? Ist das f\u00fcr dich wichtig &#8211; warum?<\/i><\/b><br \/>\nIn einer Zeit, in der unsere Welt oft stressig, hektisch, langweilig ist, m\u00f6chte man in die Welt der Phantasie fliegen, sich Gutes und Interessantes ausdenken. Phantasiel\u00e4nder, genau so wie M\u00e4rchen f\u00fchren uns in Welten, in denen das Gute immer das Schlechte besiegt und die Menschen gl\u00fccklich sind &#8211; dies geh\u00f6rt zu den wichtigsten ethischen Zielen im Leben.<br \/>\nDie Sch\u00fcler selbst betonen, auf diese Art neue W\u00f6rter zu lernen sei besser als in der traditionellen Weise.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Beim mehrkanaligen Lernen \u00f6ffnen sich viele Tore, durch die der Wortschatz in unser Ged\u00e4chtnis Eingang finden kann. Bei diesem Prozess sind also alle Sinne f\u00fcr das Lernen eingespannt &#8211; darunter verstehen wir mehr als die Kombination von Lesen, Schreiben, H\u00f6ren und Sprechen, wir aktivieren dazu unsere Vorstellungen von Kl\u00e4ngen, Rhythmen, Melodien, Farben, Ger\u00e4uschen, Geschmack- und Tastempfindungen, Mimik und Gestik. Dank unserer Einbildungskraft k\u00f6nnen wir sie lebhaft wahrnehmen. Auf der Palette unserer Phantasie mischen wir Eindr\u00fccke, dadurch werden kreative F\u00e4higkeiten entwickelt &#8211; gerade die Visualisierungstechnik bietet viele praktische Anwendungsm\u00f6glichkeiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">(Anhang )<br \/>\nSch\u00fclerarbeiten:<br \/>\nN.2 &#8211; Idyllische Landschaft &#8211; M\u00e4dchen,11, 2 Jahre Deutsch<br \/>\nN. 3 &#8211; exotische Insel &#8211; M\u00e4dchen , 12, 2 Jahre Deutsch<br \/>\nN Abenteuerliche Insel &#8211; Junge, 11, 2 Jahre Deutsch)<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"24\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>3. Aspekte, die aufgegriffen und diskutiert wurden bzw. zu denen praktisch gearbeitet wurde<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"316\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die erinnerte Begegnung mit der Lehrerpers\u00f6nlichkeit aus der eigenen Schulzeit st\u00e4rkte das Bewusstsein f\u00fcr ein Lernen am Modell. Die Teilnehmerinnen, Teilnehmer begr\u00fc\u00dften diese Erfahrung.<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In der Arbeitssequenz mit literarischen Texten am Beispiel des Gedichts &#8222;Auf der Schaukel&#8220; von Heinz Janisch wurde nachvollziehbar, wie die Sch\u00fcler f\u00fcr den Unterrichtsstoff durch eigenes Handeln (bei der Verwendung der Visualisierungstechnik) sensibilisiert werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In der Abschlussdiskussion wurde von den Workshopteilnehmern problematisiert, wie der Erwerb grammatikalischer Kenntnisse in Deutsch als Fremdsprache mit dem im praktischen Beispiel \u00fcberbetonten affektiven Umgang mit dem Text vereinbart werden kann.<\/span><\/p>\n<p>Herausgestellt wurde bei dem gew\u00e4hlten Ansatz der Vorteil, dass Sch\u00fclerinnen, Sch\u00fcler im Interesse f\u00fcreinander vorhandene Sprachbarrieren leichter \u00fcberwinden und miteinander kommunizieren. Sprachliche, soziale, kulturelle und leistungsm\u00e4\u00dfige Heterogenit\u00e4t kann somit als Bereicherung und weniger als St\u00f6rung empfunden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"26\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b>4. Fazit und Perspektive<\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"17\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Unser Ansatz wurde durch die Arbeit mit der engagierten Teilnehmergruppe best\u00e4tigt. Im Kontext von interkultureller Bildung kann diesem in der Lehrerfortbildung weiterhin Raum gegeben werden.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td height=\"72\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><b><i>von Uscha Forster<\/i><\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><b><span style=\"font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif;\"><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">Die Tagung 2003 ist vorbei.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">Wie immer gab es viele Anregungen in Vortr\u00e4gen und Workshops.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">&#8230;und nat\u00fcrlich ein tolles Fest.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">Einen herzlichen Dank noch einmal an das Vorbereitungsteam!!!<\/span><\/span><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Wir waren dort!<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gestaltpaed.de\/tagung\/2003\/gestalttagung2003.jpg\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE ZUKUNFT WIRD HEUTE GESTALT inne halten &#8211; wahr nehmen &#8211; gestalten Tagung der Gestaltp\u00e4dagogischen Vereinigung (GPV) e.V. vom 12.-14. 9. 2003 in Hannover in Zusammenarbeit mit dem Stephansstift, Zentrum f\u00fcr Erwachsenenbildung Dokumentation eines Angebots von Uscha Foster Dokumentation der Arbeit im Workshop Integrierender und f\u00f6rdernder Unterricht in heterogenen Gruppen 1. Beschreibung der Ziele Im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/351"}],"collection":[{"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=351"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":354,"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/351\/revisions\/354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gpv-ev.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}